
22.11.24 – Lesung – Streifzüge durch den wilden Fußball-Osten

Am 09. November jähren sich die Novemberpogrome von 1938. In ganz Deutschland wurden in diesen Tagen Synagogen niedergebrannt, jüdische Geschäfte geplündert und zahllose Menschen angegriffen, verletzt, verschleppt, erniedrigt und ermordet. Der 09. November 1938 bildete den ersten Höhepunkt des ungeheuerlichsten Zivilisationsbruchs der Menschheitsgeschichte – der Shoa. In den folgenden Jahren bis zum Ende der NS-Herrschaft kamen mehr als 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens durch die Nazis zu Tode.
Auch in Greiz endeten Jahrhunderte jüdischer Geschichte in den Novembertagen 1938 mit Ausschreitungen, Plünderungen und Vertreibung. Für 1939 wurde die Anzahl jüdischer Einwohner offiziell mit 0 angegeben.
Seit am 07. Oktober 2023 das brutale Massaker der islamistischen Hamas die Welt erschütterte, treten auch in Europa immer offener antisemitische Ansichten zu Tage. Für jüdische Menschen gibt es eine Zeit vor dem 07. Oktober und eine Zeit danach. Wir nehmen nicht hin, dass sich jüdische Menschen in diesem Land nicht mehr sicher fühlen.
Wir werden am 09.11.2024 mit einem Mahngang zu den in Greiz verlegten Stolpersteinen an die Opfer der Shoa, an die schrecklichen Folgen von Antisemitismus und an unsere historische Verantwortung erinnern. Treffpunkt ist in der August-Bebel-Straße / Ecke Grünrathstraße. Ab 14 Uhr sind alle Einwohner*innen der Stadt eingeladen, sich zu beteiligen, sich mit uns gegen jeden Antisemitismus, für aktive Erinnerung und für das Annehmen unserer historischen Verantwortung einzusetzen.
Treffpunkt:
August-Bebel-Straße / Ecke Grünrathstraße am 09.11.2024 um 14:00
Am Freitag, 27.09.24, gibt es mal wieder eine Küfa bei uns im Haus.
Gleichzeitig findet auch eine Offenes Treffen des Aktionsbündnis Kolibri statt:
Ja, die Wahlergebnisse lassen auch uns erst einmal gelähmt zurück – wenngleich niemand wirklich überrascht ist. Die rechtsextremen Aussagen diverser Akteure, die gesellschaftliche Spaltung, der Rechtsruck – es werden schwierige Zeiten.
Wir machen weiter, jetzt erst Recht – solidarisch, demokratisch, vielfältig. Es geht nur zusammen und dann geht einiges – wie wir uns selbst bereits bewiesen haben.
Und weil es nicht immer nur Arbeitstreffen sein dürfen, treffen wir uns in lockerer Runde ohne Tagesordnung, dafür mit veganem Futter und vielleicht nem Sektchen. Muss auch mal sein, haben wir uns verdient und tut ja auch gut – so unter Gleichgesinnten. Also rumkommen.
Los gehts um 18 Uhr.
Niemand will Antisemit sein. Erst recht nicht in Subkulturen und Bewegungen mit einem progressiven, emanzipatorischen Selbstbild. Judenhass geht aber auch underground – ob Rapper gegen Rothschilds, DJs for Palestine oder Punks Against Apartheid. BDS, die Boykottkampagne gegen den jüdischen Staat, will nahezu jedes Anliegen kapern, von Klassenkampf bis Klimagerechtigkeit. Altbekannte Mythen tauchen in alternativer Form wieder auf, bei Pride-Demos, auf der documenta oder beim Gedenken an den Terror von Hanau. Und viele Jüdinnen*Juden fragen sich, wo ihr Platz in solchen Szenen sein soll.
Eine Anklage mit anschließender Diskussion. Kritisch, aber konstruktiv. Und vor allem solidarisch.
Stefan Lauer ist Redakteur bei Belltower.News, der journalistischen Plattform der Amadeu Antonio Stiftung, und beschäftigt sich – auch als Referent der Stiftung – mit Antisemitismus, Rassismus und dem rechten Rand. Zwischen 2009 und 2017 arbeitete er als Senior Editor für VICE Deutschland und berichtete über Rechtsextremismus, Verschwörungserzählungen und LGBTQ*-Themen.
Infos zum Buch hier: https://www.hentrichhentrich.de/buch-judenhass-underground.html
Start 19 Uhr
Eintritt frei
Hell ya, wie die Zeit vergeht. Schon Ausgabe 3 der kleinen Metal-Reihe. Diesmal mit dabei:
friisk – Black Metal
Dark Zodiak – Death/Thrash Metal
Pedagogic Torment – Death/Punk/Grind’n’roll
Küfa 19 Uhr // Spaltung 20 Uhr
Zurück aus der Sommerpause mit einer feinen HC-Show:
United & Strong – HC/Berlin
Paulinchen brennt – Post HC/Leipzig
Wrecked Culture – HC/Halle
Kommt rum.
Küfa ab 19 Uhr//Krach ab 20 Uhr
Am 14.08. kommt der bekannte Politik-Aktivist Arne Semsrott nach Greiz zu einer Lesung ins 10arium in der Friedrich-Naumann-Straße. Arne ist Journalist und Chefredakteur von FragDenStaat. Mit seinem Buch „Machtübernahme – Was passiert, wenn Rechtsextremisten regieren“ platzierte er sich in den SPIEGEL Bestsellerlisten.
Arne Semsrott zeigt eindrücklich: Unsere Institutionen sind angreifbar, Bürokratie und Verwaltung scheinen fragiler denn je. Schulen, Finanzämter, Ministerien, öffentlich-rechtlicher Rundfunk und Polizei bilden das demokratische Fundament unserer Gesellschaft – doch was geschieht, wenn sie fallen? Und wie lassen sich Verfassung und Gewaltenteilung verteidigen, wenn Rechte beginnen, den Staat umzubauen, um ihre Macht langfristig zu festigen?
Die Veranstaltenden vom Aktionsbündnis Kolibri sagen: „Über diese Fragen und auch Wege zum zivilen Widerstand wollen wir mit Arne Semsrott und euch ins Gespräch kommen.“ Gerade jetzt, wenige Wochen vor der Landtagswahl und nach den kritikwürdigen Entscheidungen von Landkreis und Stadt zum Umgang mit Veranstaltungen der AfD, sei es wichtig, die Gefahren von Rechts und mögliche Handlungsoptionen dagegen zu thematisieren
„Arne Semsrott zeigt in diesem leider furchtbar nötigen Buch, was von rechts auf uns zu kommen könnte und was man dagegen unternehmen kann. Große Leseempfehlung.“ Marc-Uwe Kling
Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im 10arium Greiz. Der Eintritt ist frei und im Anschluss bleibt Raum für Austausch und das ein oder andere Getränk.
PS: Personen, die der rechten oder verschwörungsideologischen Szene zuzuordnen sind oder mit rassistischen, antisemitischen oder anderweitig menschenverachtenden Äußerungen aufgefallen sind, haben keinen Zutritt. Vom Hausrecht wird Gebrauch gemacht.